Finanzierungsquellen

Kapitalquellen für Unternehmen - aktuelle Situation und Alternativen

Vielen Unternehmen steckt die Wirtschaftskrise noch tief in den Knochen. Die Aufträge nehmen nur zögerlich wieder zu, andere Firmen sahen den Ausweg nur noch in einer Insolvenz. Gerade die Zurückhaltung, mit der Banken Kredite vergeben, macht den Firmen zu schaffen. Notwendige Wirtschaftsfinanzierungen sowie Sanierungszuschüsse erreichen diese nur zögerlich oder gar nicht.

Zwar hat die Bundesregierung zusätzliche Kreditprogramme beschlossen, um den Abschwung der Firmen zu verhindern. Angesichts der Tatsache, dass deutsche Unternehmen durchschnittlich zu 70 Prozent über Kredite finanziert sind, dürfte sich deren Umsetzung jedoch schwierig gestalten. Da eine Erholung unter diesen Umständen nur schwer möglich ist, begeben sich immer mehr Unternehmen auf die Suche nach Finanzierungsalternativen.

Vereinzelt versuchen große Unternehmen ihr Glück mit Anleihen. Mittelgroße Firmen gehen den Weg der Forderungsabtretung, des so genannten „Factoring“. Andere streben an, über Schuldscheindarlehen oder Mezzanine-Finanzierungen neue Geldgeber zu finden.

Allerdings stößt jede Form der Verbriefung seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehmann Brothers auf kritisches Misstrauen bei den Investoren. Mezzanine-Programme liefen allerdings schon vor der Krise nicht gerade gut, denn die Erträge der mittelständischen Unternehmen reichten meist nicht einmal zur Deckung der Zinsen aus.

Schuldscheine und Mezzanine-Finanzierungen werden durch die Banken deshalb nur noch mit individuell ausgehandelten Konditionen an einzelne Unternehmen vergeben. Bei Investoren für Schuldscheindarlehen handelt es sich in der Regel um andere Banken, Versicherer oder Privatanleger. Allerdings werden krisengeschwächte Unternehmen nur schwer Investoren begeistern können.

Für einzelne Firmen könnten sich Anleihen oder Schuldscheindarlehen als Mittel zur Finanzierung jedoch lohnen. Denn bei börsennotierten Unternehmen erfordert die Ausgabe von Anleihen nämlich eine hohe Transparenz. Die Emission von Schuldscheindarlehen lohne sich nach Einschätzung von Experten nur für Firmen, deren Umsatz 100 Mio. Euro übersteigt. Erreicht der Emissionswert noch nicht einmal 20 Mio. Euro, wäre sich eine Platzierung angesichts der Kosten nicht wirklich sinnvoll. Entscheidende Faktoren für den Erfolg sind neben der Vermarktung selbstverständlich auch die Bonität. Den potentiellen Anlegern muss verständlich erklärt werden, dass über die Laufzeit Überschüsse produziert werden können.

Der weitere Vorteil besteht bei Schuldscheinen darin, dass die Konditionen, anders als bei der öffentlich gehandelten Anleihe, individuell ausgehandelt und an die Lage des Unternehmens angepasst werden können. Als Alternativen zum Kapitalmarkt kommen auch Bürgschaften der Förderbank KfW in Betracht. Die Skepsis bei den Wirtschaftsexperten bleibt allerdings. So teilt Wirtschaftsprüfer Jochen Rölfs in der Süddeutschen Zeitung (Nr. 202 vom 03.09.2009) mit, dass die nächste Krise erst noch kommt, nämlich dann, wenn die Konjunktur wieder wächst. Kapital und Liquidität würden dann nicht mehr ausreichen.

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